Offizieller BMW Club - Korporatives Mitglied im AvD
20 | 11 | 2017

BMW Alpina

alpina renntrimm Ob im Rennsport (links)
oder auf der Straße (unten),
alpina logo alt
alpina logo neu die BMW Alpina waren immer
eine Klasse für sich.
alpina strassentrimm

Die sportlich veredelten Automobile entstanden auf der Basis der erfolgreichen BMW Grundmodelle und waren auf Anhieb die Lieblinge sowohl der Autotester als auch der sportlichen Autofahrer. Noch sportlicher als die Grundmodelle, trotzdem mit akzeptabler Alltagstauglichkeit und sogar meist geringerem Benzinverbrauch. Oft der Schreck der Porsche-Fahrer der damaligen Zeit. Zu Beginn war Alpina die Sportstätte des BMW Werkes, bis BMW selber den Motorsport in die Hand nahm, und Alpina den Rennsport unter eigenen Farben bzw für Kunden betrieb. Für Wettbewerb und Straße lieferte Alpina zumeist Umbausätze oder Austauschkomponenten wie Motoren. Als Fahrzeughersteller trat man erst später auf (erstmalig mit dem B6 auf Basis des 323i). Daher gibt es im Bereich der WAGEN DER NEUEN KLASSE kaum Fahrzeuge, die bei Alpina komplett gebaut wurden oder gar Alpina als Fahrzeughersteller haben sondern eine Vielzahl von Modifikationen an Wagen, deren Historie oft schwer nachzuverfolgen ist.

 

Gängige Vierzylinder-Motor-Versionen

Typ

Motor bzw. Motoränderungen

PS 

A0 Bausatz 1,6l (auch 1502) Serie, Doppelvergaser Weber 40DCOE, ab ca. 72 Solex 40DDH bzw. später ADDHE 97
A1 Bausatz 2l Serie, 40er Doppelvergaser 115
A2 Motor 2l mit Kopfbearbeitung und Nockenwelle, 45er Doppelvergaser 150
A2S Motor wie A2, zusätzlich Schmiedekolben
A3 Motor wie A2S mit großen Ventilen 165
A4 Motor 2l mit Kopfbearbeitung und Nockenwelle 300°, Einzeldrossel-Einspritzung 160
A4S Motor wie A4, zusätzlich Schmiedekolben 175
A5 Motor A4S mit anderen Nockenwellen >170
Außenlackierung BMW schwarz

 

Das Lieferproogramm 1970

alpina lieferprogramm 1970 Dazu gab es ein recht komplettes Programm an Zubehör wie Getriebe, Fahrwerke, Bremsen, Sitze, Spoiler und Räder.
Das Bild gibt einen Eindruck vom Angebot 1970.

 

Alpina Firmenlogo

alpina logo alt alpina logo neu Das Firmenlogo zeigt eine Kurbelwelle und einen Doppelvergaser, ab der eigenen Entwicklung einer Ansauganlage mit vier einzelnen Drosselklappen dann ein Drosselklappenteil. Frühe Versionen verwendeten Weber-Vergaser, später stellte man dann auf Solex um (was sich nicht im Firmenlogo auswirkt). Die Umbausätze gab es praktisch für alle BMW Modelle, die einen entsprechenden Basis-Motor verwendeten. Sonderwünsche wurde auch gerne erledigt, so ist der Umbau eines Vollcabriolets auf einen A3 Motor bekannt, der noch spät nach Auslauf der Serie bei Alpina durchgeführt wurde. Die Hausfarben waren anfangs Colorado und mattschwarz, später ging man dann auf Leuchtgrün und Königsblau auf vorzugsweise schwarzen Wagen über.

 

1964 / 1965

alpina kit 65 khttp://web.archi

Ein Traum 1964/65:

Ein Alpina Kit für den BMW 1500, der ihn mindestens so schnell macht wie den gerade neu herausgekommenen BMW 1800. Alle Teile kommen ordentlich im Karton verpackt; einbauen wird ihn der örtliche BMW Händler in weniger als zwei Werkstatt-Stunden. So werden aus 80 PS dann schnell 95 PS.

 

1965

alpina 1600 4 65 k Aber auch für den aktuellen BMW 1600 gibt es 1965 eine Lösung, falls jemand nach mehr Leistung fragt. Mit Zylinderkopf im Tausch werden 85 PS zu 120 PS, Drehzahlmesser und Nardi-Lenkrad als Zubehör verschönern den "Arbeitsplatz".
Offene Ansaugtrichter waren 1965 offenbar kein Stein des Anstoßes, Luftfilter waren optional.

 

1966

alpina motorraum 1800ti k Hier der Motorraum eines BMW 1800 Alpina von 1966 mit 120 PS.
Da die 12V-Batterie und der Bremskraftverstärker des überarbeiteten 1800er Modells nun sehr viel Platz brauchen, wurde eine spezielle Luftfilter-Lösung gefunden.

 

1968

alpina 1600 innen 68 k

Ab 1966 findet Alpina auch großen Anklang bei den Fahrern der zweitürigen BMW-Modelle.
Hier der überarbeitete Innenraum eines BMW 1600-2 etwa 1968. Lenkrad und Schalensitze sind typische Modifikationen für die Zeit.

 

1970

alpina motorraum 02 70 k Ein BMW 2002ti, 1970, mit dem Alpina A2-Bausatz überarbeitet, holt mit 300° Nockenwelle, Zylinderkopf-Feinarbeit und zwei 45er Weber-Doppelvergasern rund 150 PS aus 2 Litern Hubraum. Bilder aus einem 100.000km-Dauertest (!!!) der Zeitschrift mot 1971.
Typische Alpina-Extras sind die Zusatzinstrumente in eigener Box und das Lenkrad. Die Instrumente selber haben das helle Innenteil geschwärzt.  
Der Luftfilter ist ein modifizierter Serienfilter des 2002ti, der allerdings für eine heftige Geräuschkulisse sorgt.
alpina cocpit 02 70 k

 

1973

alpina a4 motorraum k Es wird Einspritzer Zeit und der in der Basis 130 PS starke 2002tii wird mit sehr, sehr großem Aufwand ab 1973 auf standfeste 160 PS bei verblüffender Laufkultur gebracht. Es ist deshalb soviel Aufwand, weil Alpina eigens eine Einzeldrossel-Sauganlage entwickeln muss.
Rechts die späte Version (ab ca. 1974) mit Aluguß-Luftfilterkasten (statt Blech).
alpina a4 gruen k alpina a4 kit kl

 

1974

alpina motorraum a2 74 k alpina a2 74 k

Verschärfte Abgas-Vorschriften erfordern bei Alpina die Umstellung von Weber- auf Solex-Doppelvergaser. Bei Alpina natürlich ohne Leistungsverlust.

Im Bild: die 1974er A2-Variante, die mit 45er Solex und Motorbearbeitung einem 2002 von 100 zu 150 PS und spektakulären Fahrleistungen verhilft.Die nicht abgebildete A1-Version verhilft mit sehr wenig Aufwand in ein paar Werkstatt-Stunden einem 2002 zu nominell 115 PS. In zeitgenössischen Tests erreicht diese Alpina-Version allerdings schon die Fahrleistungen des serienmäßigen tii mit nominell 130 PS.

 

Wer heute auf der Suche nach einem "originalen" Alpina Wagen ist, hat es sehr schwer. Zum einen sind die sportlichsten aller BMWs natürlich in den Händen sorgloser Drittbesitzer oft erbarmungslos geschunden worden, und nur wenige haben diese Tortur überlebt. Zum anderen haben die TÜV-Gutachten von Alpina vielen Bastelkönigen geholfen, irgendwelche Vergaseranbauten zu legalisieren und sogar mit dem eigentlich als Qualitätsmerkmal zu bewertenden Zauberwort "Alpina" in den Fahrzeugpapieren zu schmücken. Mehr dazu findet man in den FAQ.